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Praktikanten Bericht
Kerstin Bergmann 2004


Ich erfuhr von Casa do Zezinho im Januar 2004 von meinem damaligen Arbeitskollegen André und von Silvia vom Verein “Zukunft durch Bildung” in Berlin.
Die beiden erzählten mir von CdZ und dem Konzept, den Kindern aus den Favelas; die oft unter sehr schwierigen Umständen und zerrütteten Familienverhältnissen aufwachsen; einen Ort zu bieten wo sie interessante Sachen lernen und sich in vielerlei Hinsicht beschäftigen können.
Das alles machte mich neugierig und ich hatte grosse Lust das Kinderhaus und Brasilien kennenzulernen.
Ich bin Shiatsu-Praktizierende und war zu der Zeit in Heilpraktiker-Ausbildung
am Institut für Phytotherapie in Berlin und habe dann meine Ausbildung für einige Monate unterbrochen um nach Südamerika zu reisen (Argentinien, Brasilien, Chile..).
Ich hatte die Idee im CdZ im Gesundheitsbereich zu arbeiten und mit den Kindern Shiatsu und Massage zu machen.
Im Juni 2004 kam ich dann in São Paulo an, und die Stadt ist so wahnsinnig riesig..,
und ja es ist dort gefährlicher als in anderen Grosstädten, aber es war nicht so krass wie ich mir vorgestellt habe.
Wenn man mit offenen Augen umherläuft und gewisse potentielle Gefahrensituationen meidet, kommt man gut zurecht.
An meinem ersten Tag im CdZ bekam ich dann alles gezeigt und ich lernte Dagmar, die Gründerin, und die anderen Betreuer kennen.
Ich konnte sehen, was die Kinder für tolle Sachen lernen und machen (Musik, Capoeira, Mosaik, basteln und vieles mehr....) und ich war begeistert von dem Konzept des CdZ und von den netten und hübschen Kindern.
Am nächsten Tag bekam ich dann einige Kinder zugeteilt, sie waren sehr fröhlich, neugierig und interessiert. Am Anfang war es für sie auch mal wieder eine Abwechslung eine andere Betreuerin zu haben und sie lachten über meine noch "mangelhaften” Portugisieschkenntnisse und fragten mich Dinge über Deutschland und Berlin. Es war also sehr lustig von Anfang an und es machte viel Spass mit ihnen..
Im Shiatsu-Kurs machten wir zuerst Bewegungsuebungen und Dehnübungen und später
arbeiteten immer zwei zusammen und ich zeigte einige Shiatsu-Griffe.
(Info: Shiatsu ist eine Art Fingerdruckmassage und es werden die im Verlauf der Körpermeridiane lokalisierten Akupunkturpunkte durch Fingerdruck angeregt und somit geschwächte oder gestaute Energieströme aktiviert und Blockaden gelöst.)
An einigen Tagen machte ich auch Einzelmassagen mit Kindern, je nachdem ob
die entsprechende Betreuerin es für nötig hielt, z.B. wegen Hyperaktivität oder nach einem problematischen Wochenende in der Favela.

Für mich war es schön zu sehen, das die Kinder sich sehr wohlfühlen im CdZ und das sie immer gut gelaunt und fröhlich waren und sie einen Ort haben wo sie für eine Weile ihre Probleme und Sorgen vergessen können.
Diese Stimmung war sehr mitreissend und das eine oder andere Mal wurde mir wieder mal bewusst wie gut es “mir” oder uns eigentlich hier geht und das ich mir oft über "Belanglosigkeiten" zuviele Sorgen mache..
Ich hatte also eine tolle Zeit im CdZ, leider blieb ich nur gut 1 Monat dort und als ich mich an alles gewöhnt hatte, musste ich schon wieder weg..
Denn ich wollte noch nach Rio de Janeiro und zu einigen anderen Orten in der Nähe fahren. Alles in allem habe ich nicht soviel von Brasilien gesehen, aber ich fand es wunderschön, sehr tolle Landschaft, nette Leute und natürlich eine “sehr brasilianische Lebensart”.
Ich hoffe, das ich eines Tages mal wieder dorthin reisen kann und einige Zeit im CASA verbringen kann.
Als ich wieder in Berlin war und am IfP meine Kurse fortsetzte, haben wir monatlich Geld gesammelt und es an CdZ geschickt, so hatte ich zumindest das Gefuehl noch ein bisschen was für CdZ zu tun.

Weitere Informationen: www.zukunft-durch-bildung.de