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Praktikanten Bericht
Christian Kreisel 2003


Projekt Farbherstellung

Mein Projekt beschäftigte sich mit der Herstellung von Farben aus pflanzlichen Bestandteilen. Hierzu sollten diverse Naturprodukte gesammelt und in Wasser eingelegt, gekocht oder nur gewässert werden. Da in den verschiedenen Produkten unterschiedliche Inhaltstoffe vorhanden sind, war es uns möglich bzw. war es mir wichtig so viel verschiedene Farbtönen herzustellen wie nur ginge. Anders als erwartet gab es keine zusammengestellte Gruppe , sonder es entwickelte sich durch Interesse ein fester Kreis, zu dem immer wieder Kinder und Jugendliche hinzukamen und weggingen. Die Kinder und Jugendlichen waren im Alter von 8-16 Jahren.

Wir sammelten also zu Beginn unseres Projektes die benötigten Materialien, wo mir schon zum ersten Mal auffiel, wie sehr engagiert die Kinder und Jugendlichen bei der Sache waren und wie einfallsreich sie sich diesem Projekt hingaben. Es ergab sich, dass nicht nur Pflanzen gesammelt wurden sondern diverse andere Dinge wie zum Beispiel rostige Nägel , Sand, Mosaiksteine und Plastikflaschen .Es entstand eine Eigendynamik mit der ich nicht gerechnet hatte, mir aber sehr imponierte.

Nach der Sammelaktion begannen wir mit der Selektierung der Materialien, durch die Unterschiedlichkeit der Materialien musste auch ich oftmals überlegen wie diese Dinge weiter zu verarbeiten gingen( ich war davon ausgegangen, dass nur Pflanzen verwendet werden sollten, aber durch die Kreativität der Kinder, wurde aus diesem Projekt etwas viel umfangreicheres als geplant). Die Pflanzen wurden mit Wasser bearbeitet und die anderen Dinge für das spätere Bemalen aufgehoben. Wir sortierten rote Blüten und gelbe Blüten, grüne Blätter und braune Blätter, Pollenstaub und Milch aus den Kakteen . Alles passierte mit einer Energie , die ich vorher an Kinder und Jugendlichen noch nie erlebt hatte.

Als die wasserbehandelten Pflanzen sich zu Farbtönen entpuppt hatten, begannen wir mit dem Malen. Die zu nächst gedachte Herstellung von Pinseln scheiterte erstens an der Schnelligkeit und Energiegeladenheit der Kinder( nach dem die Farbe fertig war, wurde schon aus den Töpfen die Farbe genommen, ehe man nur ein Wort von der Herstellung der Pinsel sagen konnte, waren die Kinder schon mit voller Begeisterung dabei, ihre selbst hergestellte Farbe aus zu probieren).Zweitens gab es Pinsel aus den Beständen der Casa do Zezinho , die natürlich gerade für diese wässrige Farbe die besten Eigenschaften boten. Aus einem anderen Bereich der Casa, in der man auf Holz Mosaike herstellte, wurden die bemalen Bilder weiter stillvoll aufgearbeitet, so das mein Projekt sich mit anderen Bereichen der Casa do Zezinho vermischte. Die zur Seite gelegte Materialien wurden entweder beim Malen oder nach dem Malen mit in die Kunstwerke integriert. Ich empfand es für wichtig den Kindern und Jugendlich immer die volle Freiheit über das von mir angebotene Projekt zu geben, den solch eine schnelle Auffassungsgabe und Kreativität hatte ich bis dato noch nie erlebt.

Resümierend darf ich sagen, dass ich mit einer ganz anderen Vorstellung nach Brasilien gefahren bin. Ich bin in meiner europäischen Leichgläubigkeit davon ausgegangen, mein Projekt so durchzubringen wie es hier in Europa gängig ist und habe dabei einwenig die Kinder und Jugendlichen unterschätz. Was aus diesem Projekt zum Schluss entstanden ist, ist mehr als ich erwartet hätte. Und so haben nicht nur die Kinder und Jugendlichen von dieser Arbeit etwas mitgenommen, sondern auch ich bin mit interessanten Ideen und Ansichten nach Hause gekommen. Diese Idee und Konzepte werden sicherlich für meine weitere schulische und berufliche Ausbildung großen Bedeutung haben .Ich habe die Möglichkeit erhalten in ein anderes Erziehungssystem schauen zu dürfen und werde sicherlich einige Methoden versuchen miteinander zu verknüpfen.

Weitere Informationen: www.zukunft-durch-bildung.de