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Praktikanten Bericht Melanie 2009 |
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Im Oktober 2009 bin ich mit einer Freundin im Rahmen unserer Berufsausbildung für fünf Wochen nach Brasilien gereist. Wir wollten das Land, die Brasilianer und natürlich das Casa do Zezinho kennen lernen. Voller Aufregung und Erwartungen sind wir nach Sao Paulo gereist. Was würde auf uns zukommen? Wie würde man uns aufnehmen? Wie werden wir die sprachlichen Hürden überwinden? All das und noch mehr beschäftigte uns den Flug über. Dennoch waren wir nicht überrascht, als wir freundlich von einem Mitarbeiter des Casa do Zezinho und unseren beiden Freunden aus Deutschland (die zur gleichen Zeit ein Praktikum absolvierten) empfangen wurden. Gleich nach der Ankunft sind wir in das Casa gefahren und wurden dort einigen Mitarbeitern und Kindern vorgestellt. Die erste Woche in Sao Paulo verbrachten wir damit alle Gruppen kennenzulernen. Es war nicht einfach all die Namen, die wir lernten, den Gesichtern der Kinder zuzuordnen. Aber wir gaben uns die größte Mühe. Nach der ersten Woche haben wir uns dann festgelegt, in welchen Gruppen wir arbeiten wollten und haben uns mehr mit den Projekten befasst, die wir gemeinsam mit den Kindern und Erzieherinnen erarbeiten wollten. Mein Plan war ein Englischprojekt. Ursprünglich wollte ich mit den Kindern ein Theaterstück einüben. Mir ist aber schnell bewusst geworden, dass ich dieses Projekt nicht mit den Kindern machen kann. Der Englischstand der Kinder ist leider katastrophal, sodass ich mit den ganz einfachsten Sachen anfangen musste. Also habe ich in zwei Einheiten mit den Kindern englische Kinderlieder gesungen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass vier Wochen wirklich kurz sind, um ein sinnvolles Projekt zu gestalten. Desweiteren ist der Tagesablauf in den Gruppen so gut geplant, dass es ein wenig schwierig war, sich wirklich einzubringen. Aber ich denke, dass das auch an der kurzen Zeit liegt. Die Zeit in Brasilien war eine sehr gute Zeit. Ich habe viel dazu gelernt und habe mich weiterentwickelt. Auf viele Dinge habe ich jetzt andere Sichtweisen und weiß viele Dinge mehr zu schätzen, wie zum Beispiel ein intaktes und liebevolles Familienleben, sowie gute Schulbildung, aber auch Allgemeinbildung. Die Leiterin der Einrichtung, Tia Dag, hat uns einmal mehr die Augen geöffnet, wie das Leben in den Favelas ist. Mir war klar, dass es nicht leicht ist und das es auch kein gutes Leben für die Menschen hier ist. Einzelheiten aber von jemandem vermittelt zu bekommen, der vieles gesehen und erlebt hat, ist nochmal etwas anderes. Es hat alles nochmal verbildlicht. Ich würde jederzeit wieder so ein Praktikum machen und es auch jedem empfahlen. In ein Land zu gehen, indem alle Systeme anders funktionieren, in denen so viel Armut, Gewalt und Drogen herrschen, ist das Beste was man machen kann, um seinen Horizont zu erweitern und aus der Seifenblase auszutreten, in der sich die Menschen teilweise befinden. Ich selbst finde es sehr schade, dass die Zeit nur so kurz war! Ich hätte viel mehr Zeit gebraucht, um mich mehr mit der Sprache anzufreunden, mehrere Projekte machen zu können und das Land und die Leute noch besser kennenzulernen. Eine Rückkehr ist also eventuell nicht ausgeschlossen. Weitere Informationen: www.zukunft-durch-bildung.de |
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