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Praktikanten Bericht Torben Mohr 2009 |
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Hallo mein Name ist Torben Mohr, ich mache zur Zeit eine Ausbildung zum Erzieher in Berlin, Pankow. Im Zuge meiner Ausbildung konnte ich ein Praktikum im Casa do Zezinho absolvieren. Ich war vom 7. November 2009 bis zum 1. Februar in Brasilien. Ich wurde direkt vom Flughafen abgeholt und sofort startete mein Abenteuer. Ich fuhr mit dem Fahrer der Einrichtung, Tekko, direkt zum Casa, wo ich gleich herzlich begrüßt wurde. Mein portugiesisch war zu diesen Zeitpunkt eher dürftig, somit verstand ich leider nicht sehr viel, doch die Kinder kamen sofort auf mich zu und umarmten und küssten mich. Es war ein Gefühl, als kannten wir uns schon seit Jahren. Nach einiger Zeit der Eingewöhnung begann ich mit meinen Projekten. Ich baute aus Müll einige Flowersticks um anschließend mit den Kindern damit zu spielen. In meinen zweiten Projekt malte ich mit den Kindern alltägliche Gegenstände und übersetzte sie für sie ins englische. Als drittes machte ich einige erlebnispädagogische Spiele mit den älteren Schülern. Natürlich gab es einige sprachliche Probleme, jedoch habe ich gemerkt das man eine Sprache sehr schnell lernen kann, wenn man darauf angewiesen ist. So konnte ich auch nach einiger Zeit die Favela besuchen, um mir selbst ein Bild von den Lebensumständen zu machen. Die Körper einiger Kinder sind sehr dürr und unterentwickelt, die Zähne zum Teil sehr schief und die kleinen schmächtigen Körper mit Narben überseht, die eine Länge von bis zu 20 cm aufweisen. Die Narben befinden sich an Armen, Beinen, am Bauch, im Gesicht und am Hals. Der Grund dafür ist zum Teil die Lebensumwelt Favela in der die Kinder unter erschreckenden Umständen leben. Hierzu ein Beispiel: Ich besuchte eine meiner Schülerinnen zu Hause. Diese wohnt mit ihrer Familie, die aus 12 weiteren Personen besteht, auf ca. 20 Quadratmetern. Die zwei Hochbetten (4 Matratzen) werden jeweils zu dritt benutzt. Das Haus besteht aus dem Wohnraum, einer 6 Quadratmeter großen Küche und einem 2- 3 Quadratmeter großen Badezimmer. Sie wohnt mit ihrer Mutter und vielen Geschwistern zusammen. Eine Schwester von ihr ist 16 Jahre alt und hat bereits zwei Töchter, eine Tochter ist 3 Jahre alt und die andere drei Monate. Diese Schwester ist selbst noch ein Kind und ihr Körper ist stark unterentwickelt. Ich schätze sie wiegt unter 45 Kilo bei einer Größe von 155 cm. Der Vater dieser Kinder ist 21 Jahre, jedoch wurde er gerade zu 7 Jahren Haft wegen Drogenhandels und schwerer Körperverletzung verurteilt. Die eigentliche Mutter war nicht zu Hause, sie arbeitet 10 Stunden am Tag als Putzkraft in einen der reicheren Häuser. Um diese Arbeit zu erreichen fährt sie täglich 4 Stunden Bus. Das geschätzte Einkommen der Mutter und damit der ganzen Familie liegt bei 350 Reais (140 Euro) pro Monat. Wenn man die Gesamtheit meiner Erfahrungen zusammen nimmt so muss ich sagen das ich trotz der harten Realität der Kinder ein positives Bild von Brasilien erlangt habe. Durch ihre Offenheit, ihre Freundschaft und ihrer Lebensfreude bin ich mir sicher, dass nicht nur ich gelehrt habe, sondern, dass auch ich viel von dieser Reise mit nach Hause nehmen konnte. Wer an einem ausführlichen Bericht interessiert ist oder mit mir in Kontakt treten will, kann dies über „Zukunft durch Bildung“ gerne machen. Torben Mohr Weitere Informationen: www.zukunft-durch-bildung.de |
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