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Praktikanten Bericht
Felix Schmidt 2009


Die Zeit im Casa do Zezinho war eine der schönsten und lehrreichsten meines bisherigen Lebens. Meine Freundin und ich wir sind zusammen dort hin gefahren mit sehr dürftigen Sprachkenntnissen und ich habe erst mal nichts verstanden und fühlte mich allein gelassen ohne mein gewohntes soziales Umfeld. Das Heimweh habe ich bis zuletzt nicht ganz besiegt.

Die ersten Wochen hatte ich erst mal Zeit das knall bunte und lebendige Haus kennen zu lernen. Ich war in ca. Der Hälfte aller Gruppen einen halben Tag lang und habe mir nach 2 Wochen die 11-12 Jährigen, Gruppe Matas, für die Vormittage und, die 14-16 Jährigen, Gruppe Oriente, für die Nachmittage ausgesucht. Ich gewöhnte mich nach und nach ein und habe dann angefangen eigenen Aktivitäten für die Kinder vorzubereiten. Die Durchführung war aufgrund der Sprache schwierig. Die Erzieherinnen halfen mir aber soweit sie das konnten, denn die haben jede Menge zu tun mit den 30 bis über 50 Kindern pro Gruppe. Ich habe mit ihnen über Deutschland geredet, viel von ihnen über Brasilien erfahren und Spiele gespielt.

In Berlin mache ich viel Musik und eine Ausbildung im technischen Bereich. Also war für mich klar meine Aktivitäten aus diesen Bereichen zu gestalten. Es gab eine junge Band, die ich betreut habe, in einer weiteren habe ich als Aushilfe mitgespielt, mit den Kindern und Jugendlichen Lieder von dort, aus Deutschland und aus dem englischen Sprachraum gesungen und mit ihnen eigene Lieder geschrieben. Auch im Perkussionsunterricht habe ich viel mitgemacht. Mit den Kindern habe ich über Gefahren von Elektroenergie geredet, Lampenschirme und Fensterbilder gebastelt und kleine naturwissenschaftliche Experimente gemacht. Das Casa do Zezinho versteht sich vorrangig als alternative Bildungseinrichtung. Darum sollen die Aktivitäten auch immer etwas lehrreiches haben. Die Mitarbeiter sind alle sehr nett. Jedoch ist die Sprachbarriere nur schwer zu überwinden und Englisch können nur ganz wenige. Man muss eben von den Gesichtern ablesen um was es geht. Das Interesse daran einen Ausländer kennen zu lernen war bei den meisten sehr groß, sodass mich die Kinder zum Beispiel mit Fragen überhäuften.

Normalerweise wohnt man bei einem der Mitarbeiter mit in der Wohnung. Das ist auch gut um mit „Brasilianern“ in Kontakt zu kommen. Die Leute aus dem Casa do Zezinho haben sich auch sehr gefreut über unseren Besuch und haben sich voll auf uns eingestellt. Ich habe dann bald Jugendlich aus dem Casa do Zezinho auf der Straße und im Shoppingcenter getroffen und mit Mitarbeitern etwas unternommen, sodass ich mich bald heimischer gefühlt habe.

Zum Ende unseres Aufenthalts haben wir noch eine kleine Rundreise nach Rio und ins Landesinnere gemacht, wo ich die atemberaubende und vielfältige Natur Brasiliens erleben konnte. Das ist wohl der größte Schatz den Brasilien hat und den man sich nicht entgehen lassen sollte. Ich denke das solche Art von freiwilliger Arbeit der beste Weg ist ein Land und vor allem die Leute kennen zu lernen. Ich habe auch einen Einblick in die schwierigen Lebensumstände mancher Menschen dort bekommen und bin stark beeindruckt von deren Optimismus und Fröhlichkeit trotz der teilweise schlechten Perspektive. Ich kann nur jedem Raten dort hin zu fahren der Lust hat. Man lernt zwar viel mehr von denen als die von einem selber. Aber das macht nichts, wenn man das alte Bild von sogenannter Entwicklungsarbeit ablegt. Mein Rat für alle die planen das Casa do Zezinho zu besuchen: Die beste Vorbereitung für eine Fahrt dort hin ist ganz klar die Sprache zu lernen. Das sollte man mit größter Ausdauer schon früh beginnen.

Abraso Felix

Wer möchte kann auch einen längeren Bericht, den ich als Nachweis für die Fördermittelgeber geschrieben habe oder sich mit mir treffen und persönlich reden.

Weitere Informationen: www.zukunft-durch-bildung.de