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Praktikanten Bericht
Moritz Wolhrab 2003


Zwölf Wochen. Es waren jene zwölf Wochen zwischen dem November 2003 und dem Februar 2004, die – ohne pathetisch klingen zu wollen – mein Leben nachhaltig verändern sollten. Um sie lediglich als „nette Erfahrung“ abzutun, waren diese Wochen einfach zu intensiv, zu emotional, zu ereignisreich. In dieser Zeit war es mir vergönnt, die „Zezinhos“, also alle Beteiligten am Gesamtkunstwerk „Casa do Zezinho“, kennen lernen zu dürfen. Schon der Empfang war überwältigend. Der damalige Fahrer des Projekts, Teco, wartete trotz vierstündiger (!) Verspätung geduldig am Flughafen – und empfing mich mit einem breiten Lachen. Lachend wurde ich im Laufe der Zeit auch von Tia Dag, den Erziehern, den anderen Freiwilligen und natürlich nach und nach auch von den rund 1000 Kindern empfangen. Sie alle machten mir den Einstieg in die für mich komplett neue Welt unendlich einfach. Schon nach kürzester Zeit durfte ich dort wo ich konnte, meinen Beitrag leisten. Folglich gestaltete ich die Zeitungs-, Englisch- und Internetkurse mit, half beim Kochen, Backen, Putzen oder Renovieren, tanzte mit den Mädchen (ein wenig ungelenk) Samba oder spielte mit den Jungs (ein wenig hölzern) Fußball. Ich durfte Sommerfeste, Theateraufführungen oder Ausflüge mitgestalten. Imponiert hat mir dabei immer wieder, welche Persönlichkeiten die Kinder in ihren jungen Jahren bereits darstellten. In einer selbstbewusst-charmanten Art wird man von ihnen ein ums andere Mal um den Finger gewickelt. Ich wurde trotz meines für sie womöglich etwas exotischen Aussehens nie als Fremdkörper betrachtet, sondern immer in alles integriert – egal, wie blöd ich mich dabei auch anstellen mochte (so z.B. beim Capoeira). Den Kindern wird im Casa do Zezinho Unglaubliches geboten. Sie erhalten Zukunft durch Bildung, Zukunft durch Aufmerksamkeit, Zukunft durch die Freude am Leben.

Weitere Informationen: www.zukunft-durch-bildung.de